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Geschichte

AKW Brokdorf: Chronik

1972 Beginn der Planungsarbeiten durch die Kraftwerk Union AG, zwei Jahre später Gründung der Kernkraftwerk Brokdorf GmbH

25.10.1976 Erste atomrechtliche Teilgenehmigung abends durch die Landesregierung Kiel ausgesprochen

26.10.1976 Baubeginn in Brokdorf um ein Uhr nachts unter Polizeischutz. Der Bauplatz wird wie eine Festung eingezäunt und mit Stacheldrahtrollen und Wassergräben gesichert

30.10.1976 Erste Großdemonstration am Bauplatz, mehr als 5.000 Teilnehmer. Rund 2.000 davon brechen gewaltsam in die Baustelle ein, um sie zu besetzen. Mehrere Hundertschaften Polizei räumen das Gelände mit Wasserwerfern und Tränengas

13.11.1976 "Brokdorf II"-Demonstration, 30.000 internationale Teilnehmer. Die Polizei errichtet Straßenkontrollen und riegelt das Gelände weiträumig ab, ausgerüstet mit Wasserwerfern, Tränengasgranaten, Pferden, Hunden und Hubschraubern. Bürgerkriegsähnliche Gefechte, 3.000 Demonstranten stürmen erneut den Bauzaun. Bilanz: Über 130 Verletzte, davon 70 Polizisten

17.12.1976 Verwaltungsgericht (VG) Schleswig verfügt einen vorläufigen Baustopp, der im Februar 1977 verlängert wird

19.02.1977 Trotz eines vom VG Schleswig bestätigten Verbots bislang größte Demonstration gegen Brokdorf: 50.000 Menschen bei "Brokdorf III" vor Ort und in Itzehoe. Diesmal keine Stürmung des Baugeländes

17.10.1977 Oberverwaltungsgericht (OVG) Lüneburg ordnet unbefristeten Baustopp für das AKW Brokdorf an, bis die Entsorgungsfrage geklärt ist. Die Atomkraftgegner beschließen, vor Ort nicht weiter zu demonstrieren, solange der Baustopp gilt

28.03.1979 Havarie im Kernkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg, Pennsylvania (USA)

16.05.1979 Niedersachsens Ministerpräsident Albrecht erklärt - unter dem Eindruck der massiven Proteste in der Bevölkerung und des Kernschmelzunfalls in Harrisburg -, dass eine Wiederaufbereitungsanlage (WAA) in Gorleben politisch nicht durchsetzbar sei. Die Bundesregierung favorisiert fortan ein "Integriertes Entsorgungskonzept" mit dezentraler Entsorgung

28.09.1979 "Entsorgungsbeschluss" der Regierungschefs von Bund und Ländern: Eine deutsche WAA soll gebaut werden und ein Systemvergleich zwischen Wiederaufarbeitung und direkter Endlagerung erfolgen. Spätestens Ende der 90er-Jahre soll ein Bundesendlager betriebsbereit sein. Als Entsorgungsvorsorgenachweis für den Weiterbetrieb von AKWs gilt der Nachweis über den Verbleib der abgebrannten Brennelemente für sechs Jahre im Voraus

14.10.1979 Anti-Kernkraft-Großdemonstration in Bonn mit mehr als 70.000 Teilnehmern

1980 Antrag für ein externes Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente in Gorleben (1.500 Tonnen). In Hessen, Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz werden Standorte für eine WAA gesucht

22.01.1981 OVG Lüneburg hebt Baustopp für das AKW Brokdorf auf: Es erkennt Fortschritte bei der Lösung der Entsorgungsfrage

18.02.1981 Kiel erteilt zweite Teilerrichtungsgenehmigung

28.02.1981 Großdemonstration in der Wilster Marsch mit rund 100.000 Teilnehmern - bis dahin größte Demo gegen Kernkraft in der Bundesrepublik, von rund 10.000 Polizisten begleitet. 128 Polizisten und geschätzt ebenso viele Demonstranten werden bei heftigen Krawallen verletzt. Massenweise Messer, Stahlkugeln, Schleudern und Eisenstangen stellt die Polizei sicher.
Brokdorf wird zum Symbol des Widerstands gegen die Atomindustrie, spaltet aber auch die Anti-AKW-Bewegung in friedliche und militante Gruppen.
Die Demonstration geht durch den Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (14. Mai 1985: zu den Grundsätzen der Versammlungsfreiheit) in die Rechtsgeschichte ein

25.05.1981 Hamburgs Bürgermeister Hans-Ulrich Klose (SPD) tritt unter anderem wegen seiner Politik um den Bau des Kernkraftwerks in Brokdorf (Nichtbeteiligung, Nichtunterstützung) von seinem Amt zurück

26.04.1986 Der GAU von Tschernobyl - eine der schwersten Reaktorkatastrophen der Geschichte

07.06.1986 30.000 demonstrieren in Brokdorf gegen die baldige Inbetriebnahme; 10.000 Hamburger Demonstranten auf dem Weg zum Kernkraftwerk Brokdorf werden im schleswig-holsteinischen Kleve aufgehalten

08.06.1986 "Hamburger Kessel": Auf dem Heiligengeistfeld sammelt sich eine Demonstration aus Protest gegen den Polizeieinsatz vom Vortag. Die mehr als 800 Personen werden bis zu 13 Stunden lang innerhalb der Absperrketten festgehalten. Zwei Monate später muss Innensenator Rolf Lange seinen Hut nehmen

Die runde weiße Kuppel des Atommeilers in Brokdorf. © dpa Fotograf: Wulf Pfeiffer
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08.10.1986 Inbetriebnahme des Kernkraftwerks als weltweit erste Anlage nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl

22.12.1986 Beginn des kommerziellen Leistungsbetriebs

1992 Brokdorf ist das AKW mit der weltweit höchsten Brutto-Jahresstromerzeugung

2003 Atomrechtliche Genehmigung zur Errichtung eines Zwischenlagers für 100 Castorbehälter, Fertigstellung Herbst 2005

05.03.2007 Inbetriebnahme des Standort-Zwischenlagers am AKW Brokdorf

Stand: 10.12.2007 13:00
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Ein als Sensenmann verkleideter Atomkraftgegner  © ddp

Hamburg damals: Die Jahre 1975 bis 1979

20.06.2009 14:00

Hamburg in der zweiten Hälfte der 70er-Jahre: Dokumentation im NDR Fernsehen über Themen, die die Hamburger in dieser Zeit bewegten.

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Collage: Demonstration gegen AKW-Bau 1976, Luftballons 'Atomkraft? Nein Danke', AKW heute mit Friesenhaus davor © dpa Bildarchiv

Brokdorf - Symbol der Anti-AKW-Bewegung

In Brokdorf formierte sich 1976 erstmals gewaltsamer Protest gegen den Bau eines Atomkraftwerks. Trotz massiver Auseinandersetzungen ging der Meiler 1986 ans Netz.

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Hans-Ulrich Klose, SPD © dpa

1981: Klose geht wegen Brokdorf-Politik

Ein Überblick über die zwölf Ersten Bürgermeister Hamburgs seit 1945 und ihre wichtigsten politischen Herausforderungen.

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Protest gegen das Zwischenlager Gorleben im September 2007. © dpa

Gorleben - Der Aufstand der Bauern

Gorleben diskutiert über die Atompolitik. Chronik und Bilder zu Geschichte und Gegenwart der Protestbewegung sowie Hintergrundinfos.

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