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Das Atommüll-Zwischenlager im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg ist eine von drei zentralen Anlagen dieser Art in Deutschland. Etwa zwei Kilometer südlich der Stadt Gorleben wird der deutsche Atomabfall aus den Wiederaufarbeitungsanlagen im französischen La Hague sowie im britischen Sellafield eingelagert. Mehrfach im Monat liefern zudem die deutschen Atomkraftwerke schwach radioaktive Abfälle an. In dem Zwischenlager werden abgebrannte Brennelemente untergebracht und abgekühlt, bis ein geeignetes Endlager gefunden ist. Der Salzstock Gorleben-Rambow wird zurzeit auf seine Eignung als Endlager untersucht.
Der Betreiber, die Brennelementlager Gorleben GmbH, will den Atommüll für 20 bis 30 Jahre in Gorleben oberirdisch zwischenlagern. Erst dann ist er auf etwa 200 Grad Celsius heruntergekühlt und damit zur Endlagerung in Salz geeignet. Grund für die lange Kühldauer ist die Wärmeentwicklung während des Zerfallsprozesses. Bei der Anlieferung ist der Atommüll etwa 400 Grad Celsius heiß.
Das atomare Zwischenlager in Gorleben wurde 1983 nach knapp zweijähriger Bauzeit fertig gestellt. Zunächst wurde das sogenannte Transportbehälterlager für die Einlagerung von 1.500 Tonnen abgebrannter Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken genehmigt. Im Juni 1995 wurde die Genehmigung auf eine Menge von 3.800 Tonnen erweitert. Zudem dürfen seitdem auch sogenannte Glaskokillen aus der Wiederaufarbeitung in das Zwischenlager gebracht werden. Die Genehmigung des Lagers ist bis zum 31. Dezember 2034 befristet.
Das 15 Hektar umfassende Betriebsgelände liegt mitten im Naturpark Elbufer-Drawehn. Kernstück der von der Anlage ist eine ebenerdige Halle von 182 Meter Länge, 38 Meter Breite und 20 Meter Höhe. Sie wurde aus Stahlbeton mit einem Betonplattendach errichtet. Die Außenwände sind mit Aluminiumblechen verkleidet. Große Zu- und Abluftöffnungen bewirken, dass die Abwärme der eingelagerten Behälter durch den natürlichen Zug nach außen geleitet wird.
Langwierige Prozesse sowie atomrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen führten dazu, dass der erste Castor-Behälter mit Atommüll erst 1995 in das Zwischenlager gebracht wurde. In der Halle gibt es maximal 420 Stellplätze. Momentan befinden sich 80 Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll in Gorleben. Die Betreiber der Atomkraftwerke bezahlen je Stellplatz - ob genutzt oder leer - rund 25.600 Euro im Jahr.
Atomkraftgegner haben schon seit längerer Zeit die Sicherheit des Lagers bezweifelt. Tatsächlich bietet die Halle, die von der früheren niedersächsischen Umweltministerin Monika Griefahn einmal spöttisch als "bessere Tennishalle" bezeichnet wurde, keinen Schutz gegen Flugzeugabstürze. Die Betreiber weisen dagegen darauf hin, dass die Halle keine besondere Sicherheitsfunktion habe, sondern nur ein Wetterschutz sei. Der Schutz des strahlenden Atommülls werde durch die Castor-Behälter gewährleistet.
Seit Jahrzehnten ist Gorleben als Endlagerstandort im Gespräch.
Wegen einer erhöhten radioaktiven Strahlung kommen beim Atommüll-Transport in diesem Jahr neue Behälter zum Einsatz.