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Mehrere Hundert Randalierer haben sich in der Nacht zum Sonntag im Hamburger Schanzenviertel nach einem Straßenfest Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Nach Angaben des Führungs- und Lagezentrums der Polizei wurden insgesamt 67 Randalierer fest- und weitere 18 in Gewahrsam genommen. Insgesamt 1.800 Beamte seien im Einsatz gewesen. 27 Polizisten hätten leichte Verletzungen, unter anderem Prellungen und Schnittwunden, erlitten. Auch mehrere Randalierer seien verletzt worden.
"Es waren heftige Ausschreitungen", sagte Polizeisprecher Ralf Meyer. Er erkannte ein "hohes Aggressionspotenzial" auf Seiten der Randalierer. Bei den stundenlangen Zusammenstößen gingen Einsatzkräfte massiv mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Vermummte vor, die immer wieder brennende Barrikaden errichteten und Beamte mit Flaschen und Feuerwerkskörpern bewarfen. Auch ein Molotowcocktail sei geworfen worden, teilte die Polizei mit. Vor einer Polizeiwache hätten Randalierer zudem einen Streifenwagen mit Leuchtkugeln in Brand geschossen. Erst am frühen Morgen beruhigte sich die Lage weitgehend.
Von einer außergewöhnlichen Dimension der Gewalt wollte Meyer in einer ersten Bilanz ausdrücklich nicht sprechen. Es seien heftige Ausschreitungen gewesen, aber es sei "Haarspalterei" darüber zu streiten, ob sie gewalttätiger gewesen seien als in den Vorjahren. Auffällig sei aus Polizeisicht jedoch gewesen, dass sich einige der Randalierer offenbar gezielt auf Ausschreitungen vorbereitet hätten und erneut "erlebnisorientierte Jugendliche" unter ihnen gewesen seien. Bei zwei Festgenommenen aus Berlin habe die Polizei "Utensilien" gefunden, aus denen sich Molotowcocktails oder Brandsätze herstellen ließen.
Bereits am Sonntag nach den Krawallen begann die politische Diskussion rund um die Geschehnisse. So kritisierte der Polizeigewerkschaftler Joachim Lenders die verantwortlichen Bezirkspolitiker und nannte die Situation "unerträglich". Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) lobte das Einsatzkonzept der Ordnungskräfte und deren entschlossenes Einschreiten. Dagegen sprach der Rechtsanwalt der Festveranstalter, Marc Meyer, laut einem Bericht von NDR 90,3 von einer "gefährlichen und überflüssigen Provokation der Polizei".
Wie NDR 90,3 weiter berichtete, hatten mehr als 10.000 Menschen bis etwa 19 Uhr im Schanzenviertel friedlich gefeiert. Dann seien mehrere Einsatzgruppen in das noch friedlich laufende Fest geschickt worden. Ein Polizeibeamter habe dieses Vorgehen so begründet: "Wir wollten Präsenz zeigen, bevor es zu Ausschreitungen kommt." Nach Aussage von Rechtsanwalt Meyer kippte in den folgenden zweieinhalb Stunden die Stimmung, bis schließlich ein Betrunkener zwei Flaschen auf Beamte warf und diese sofort eingriff. Die Polizei sprach dagegen laut dem Bericht von einer größeren Gruppe, die plötzlich Polizisten mit Steinen und Signalmunition beschossen habe.
Nach dem Schanzenfest rund um den Autonomentreff "Rote Flora" kommt es seit Jahren immer wieder zu Ausschreitungen. Im vergangenen Jahr waren dabei 18 Menschen verletzt worden, darunter elf Polizisten. Etwa 50 Menschen wurden damals fest- oder in Gewahrsam genommen.
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