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Uni-Mitarbeiter wollen Rücktritt von Auweter-Kurtz

Monika Auweter-Kurtz, Universität Hamburg. © UHH, RRZ/MCC Fotograf: Arvid Mentz
große Bildversion anzeigen Nun forderten auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter den Rücktritt von Auweter-Kurtz. (Archivfoto)

Die Universität Hamburg kommt nicht zur Ruhe. Nun fordert auch eine Gruppe von wissenschaftlichen Mitarbeitern den Rücktritt von Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz. Das berichtete NDR 90,3 am Donnerstag. In einer Erklärung heißt es demnach, dass Auweter-Kurtz die Konsequenzen aus den derzeitigen massiven Kommunikations- und Führungsmängeln ziehen und ihr Amt niederlegen solle.

Keine professionelle Personalführung, keine Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft - das sind dem Bericht zufolge die zentralen Vorwürfe an die Präsidentin in der Erklärung der wissenschaftlichen Mitarbeiter. Von einem Rücktritt erhoffe sich dieser Mitarbeiterkreis eine rasche Lösung der Probleme. Dazu gehörten auch Verwaltungsstrukturen, die von den Betroffenen als eine "praxisferne Überbürokratisierung" empfunden würden.

Kritik reißt nicht ab

Die Führungskrise wird NDR 90,3 zufolge inzwischen weit über die Hansestadt hinaus diskutiert. In einer ausführlichen Stellungnahme in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" schrieb die emeritierte Hamburger Professorin Dorothea Frede: Auweter-Kurtz habe nicht die Befähigung für die Lenkung eines so großen und komplexen Schiffes wie die Universität. In der Aufregung über die Raketen-Forscherin Auweter-Kurtz sei übersehen worden, dass diese in Stuttgart nur zeitweilig ein relativ kleines Institut geleitet und nie ausländische Universitäten kennengelernt habe.

Bereits in der vergangenen Woche hatten rund 120 Professoren einen Aufruf zur Abwahl der Uni-Präsidentin unterschrieben, in dem sie einen autoritären Führungsstil von Auweter-Kurtz beklagen. Wörtlich hieß es: Die Hochschul-Leitung habe sich "in kurzer Zeit zu einer autoritär geführten Einrichtung entwickelt". Auch fünf der sechs Dekane schlossen sich der Kritik an.

Von Anfang an Skepsis gegenüber "Raketen-Moni"

Auweter-Kurtz ist seit November 2006 Präsidentin der Hamburger Universität - der fünftgrößten Hochschule Deutschlands. Von Anfang an herrschte gegenüber der früheren Leiterin der Abteilung Raumtransporttechnologie der Universität Stuttgart Skepsis. So wurde der Expertin für Raketenantriebstechnik und Befürworterin von Studiengebühren eine zu große Nähe zur Rüstungsindustrie unterstellt, was ihr auch den Namen "Raketen-Moni" eintrug. Inzwischen beklagen Kritiker, sie betreibe eine Entdemokratisierung und fahre einen wirtschaftsnahen Kurs, der sich auf das Einwerben von Drittmitteln beschränke und technische Studiengänge bevorzuge. Zuletzt sorgte die Festlegung der Präsidentin für Aufregung, die gesamte Universität - statt am jetzigen Standort zu sanieren - auf dem Kleinen Grasbrook in der Hafencity neu bauen zu wollen.

Stand: 18.06.2009 10:39
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Köhlbrandbrücke in Hamburg © dpa

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