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Nach monatelangen Auseinandersetzungen an der Hamburger Universität gibt die umstrittene Hochschul-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz ihr Amt auf. Wie NDR 90,3 berichtete, unterschrieb die 58-Jährige am Freitag eine Auflösungsvereinbarung für ihren bis Ende 2012 laufenden Vertrag. Demnach endet die Amtszeit von Auweter-Kurtz am 8. Juli. Am darauf folgenden Tag hätte der Hochschulrat über den Fall beraten. Über weitere Details wie etwa die Höhe einer Abfindung wurde dem Bericht zufolge Stillschweigen vereinbart.
Auweter-Kurz war wegen ihres als autoritär empfundenen Führungsstils auf heftige Kritik an der Universität gestoßen. Nach ihrem Amtsantritt 2006 hatte die 1950 in Stuttgart geborene Professorin für Raketenantriebstechnikdie mehr und mehr die Unterstützung wichtiger Gruppen und Gremien verloren. Zuletzt hatten mehr als 120 Professoren ihre Abwahl gefordert. Vier der sechs Dekane hatten erklärt, nicht mehr mit der 58-jährigen Präsidentin zusammenarbeiten zu wollen. Dabei ging es sowohl um persönliche Differenzen als auch um unterschiedliche Auffassungen über den Kurs der Universität, notwendige Reformen und den möglichen Umzug der Hochschule aus dem Stadtteil Rotherbaum an die Elbe.
Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) stärkte Auweter-Kurtz lange den Rücken, rückte aber in den vergangenen Wochen von ihr ab. Nachdem die Senatorin ein Abfindungsangebot an die Uni-Präsidentin öffentlich gemacht hatte, war das Band zwischen beiden Frauen zerschnitten. Bei den Verhandlungen soll es Medienberichten zufolge zuletzt im Wesentlichen um die Höhe der Abfindung gegangen sein.
Auweter-Kurtz erklärte, da sie nicht mehr den erforderlichen Rückhalt habe, um den eingeschlagenen Reformweg konsequent weitergehen zu können, habe sie sich zur Auflösung des Vertrags in gegenseitigem Einvernehmen entschlossen. Ihr sei es darum gegangen, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen die Universität Hamburg national zur Spitze aufschließen könne und international durch herausragende Forschungsleistungen und attraktive Studienbedingungen Sichtbarkeit erlange. Senatorin Gundelach bedauerte die Entwicklung, erklärte jedoch, es sei für beide Seiten die beste Lösung.
Wie NDR 90,3 am Sonnabend berichtete, werden die Geschäfte der Universität vorerst von der bisherigen Vizepräsidentin Gabriele Löschper geführt. Sie war bisher für die Bereiche Struktur und Personalplanung verantwortlich. Eine endgültige Nachfolge für das Amt des Universitäts-Präsidenten sei nach Mitteilung des Hochschulrats aber noch nicht geklärt. Auweter-Kurtz muss außerdem auf eine Anschluss-Professorenstelle in Hamburg verzichten, die ihr der damalige Wissenschaftssenator Jörg Dräger (CDU) vor ihrem Dienstantritt im November 2006 versprochen hatte. Diese Zusage sei nach den Ereignissen der vergangene Wochen nicht mehr einlösbar, sagte Drägers Nachfolgerin Herlind Gundelach (CDU) zu NDR 90,3.
Laut Wissenschaftssenatorin Gundelach wurde ihr ein Angebot zur Vertragsauflösung gemacht. (Meldung vom 26.06.2009)
Nach Ansicht von SPD und Linken ist Herlind Gundelach für die Krise der Universität Hamburg mitverantwortlich. (Meldung vom 24.06.2009)
120 Hochschullehrer der Universität Hamburg haben zur Abwahl von Auweter-Kurtz aufgerufen. (Meldung vom 11.06.2009)
Mehrere Professoren werfen Präsidentin Auweter-Kurtz zu viel Bürokratie und zu wenig Demokratie vor. (Meldung vom 27.05.2009)
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