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Nach Informationen von NDR 90,3 steht ein Abgang der Hamburger Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz unmittelbar bevor. Es sei nur eine Frage von Tagen, bis ihre Zeit abgelaufen ist. Einige Politiker von CDU und GAL sagten hinter vorgehaltener Hand, sie hätten schon am Donnerstag mit ihrem Rücktritt gerechnet. Am Freitagabend teilte dann Wissenschaftssenatorin Herlind Gundelach (CDU) mit, dass der Präsidentin ein Angebot unterbreitet worden sei, "ihren Vertrag im wechselseitigen Einvernehmen aufzulösen". Eine Antwort von Auweter-Kurtz werde für die kommende Woche erwartet.
Fakultäten und Professoren lehnten eine weitere Zusammenarbeit mit der Uni-Präsidentin mehrheitlich ab, hieß es am Freitag aus der Hochschule. Zuvor hatten sich die Dekane mit 4:1 Stimmen gegen einen Verbleib der 58-Jährigen an der Spitze der Universität entschieden. "Die Zeichen aus der Uni sind deutlich", sagte der Sprecher der Wissenschaftsbehörde, Timo Friedrichs. Es gebe Gespräche mit der Präsidentin und dem Hochschulrat über das weitere Verfahren.
Gundelach hatte bereits am Mittwoch gesagt, es gehe nicht um Personen, sondern um die Zukunft der Universität. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Beobachtern klar, dass Auweter-Kurtz im Hamburger Senat keinerlei politischen Rückhalt mehr hat. Die SPD hatte in der Bürgerschaft den Rücktritt der umstrittenen Uni-Präsidentin gefordert.
Laut NDR 90,3 werden derzeit im Rathaus und in der Hochschule verschiedene Ausstiegsszenarien diskutiert. Fair, anständig und mit Würde solle die Trennung von Auweter-Kurtz verlaufen, heißt es. Die Wissenschaftlerin solle ihr Gesicht wahren können, sagen Insider. Eine Möglichkeit wäre ihr Rücktritt vom Präsidentenamt, eine andere die geordnete Abwahl. Auweter-Kurtz selbst wollte sich zu den Spekulationen um ihre Person laut NDR 90,3 nicht äußern. Ihr Sprecher sagte dazu lediglich: "Die Präsidentin spricht über die Führung der Uni mit verschiedenen Mitgliedern der Hochschule und der Wissenschaftsbehörde, darunter auch Wissenschaftssenatorin Gundelach." Ihr Vertrag sei bis 2012 terminiert. Da gebe es jetzt eine Menge zu verhandeln.
Die Präsidentin der Hamburger Universität steht seit Wochen wegen ihres angeblich autoritären Führungsstils in der Kritik. Vor zwei Wochen hatten 120 Professoren einen Aufruf zu ihrer Abwahl unterschrieben, in dem von "gravierenden Missständen" die Rede war. Auch die Mehrheit der sechs Dekane unterstützte den Vorstoß. Auweter-Kurtz reagierte und versprach, die Diskussion über die Zukunft der Universität künftig "auf Augenhöhe" zu führen.
Nach Ansicht von SPD und Linken ist Herlind Gundelach für die Krise der Universität Hamburg mitverantwortlich. (Meldung vom 24.06.2009)
In einer Erklärung warfen die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Uni-Präsidentin Kommunkations- und Führungsmängel vor. (Meldung vom 18.06.2009)
Auweter-Kurtz kündigte an, die Diskussion über die Zukunft der Uni mit mehr Geduld und Gelassenheit zu führen. (Meldung vom 12.06.2009)
120 Hochschullehrer der Universität Hamburg haben zur Abwahl von Auweter-Kurtz aufgerufen. (Meldung vom 11.06.2009)
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