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Im Prozess um das mysteriöse Verschwinden der "Nixe von Boltenhagen" sind die beiden Angeklagten vom Vorwurf des Vortäuschens einer Straftat freigesprochen worden. Dem inzwischen in Hessen lebenden Ehepaar sei keine Schuld nachzuweisen gewesen, sagte der Richter am Amtsgericht Grevesmühlen am Montag zur Urteilsbegründung. Der 27-jährigen ehemaligen Inhaberin und dem 31 Jahre alten früheren Verkaufsmanager der Firma Nymphenworld war vorgeworfen worden, den angezeigten Diebstahl der Figur selbst inszeniert zu haben.
Die Figur war kurz nach ihrem Verschwinden aus Boltenhagen in Travemünde aufgetaucht. Einem Zeugen zufolge handelte es sich bei der zweiten Figur jedoch um eine andere Ausfertigung. Das bestätigte der Geschäftsführer einer Gießerei aus Rheinland-Pfalz vor dem Gericht. Sein Betrieb habe die Boltenhagener Figur und später auch das Modell in Travemünde hergestellt.
Mit dieser Aussage habe der Zeuge "Licht ins Dunkel" gebracht, sagte der Richter. Verwunderlich sei, dass die Angeklagten nicht schon früher über die zwei Exemplare der Figur informiert hätten. Das hätte den dreiwöchigen Prozess möglicherweise erübrigt. Der Verteidiger erklärte, seine Mandanten wollten in der Hauptverhandlung ihre Unschuld klarstellen.
Der Sachverständige, der vom Gericht mit einem Materialgutachten beauftragt worden war, korrigierte nach der Zeugenaussage seine ursprüngliche Schlussfolgerung aus der Untersuchung. Er könne nicht ausschließen, dass es sich um zwei verschiedene Exemplare handelt. Dennoch blieben noch "Restzweifel" an der Existenz zweier identischer Nixen, erklärte der Sachverständige.
Die 100-Kilo-Bronzefigur war Anfang 2005 über Nacht am Strand von Boltenhagen aufgestellt worden. Die Firma Nymphenworld beanspruchte kurz darauf die Vermarktungsrechte. Händler im Ort sollten ihr eine Gebühr zahlen, wenn sie die Nixe zu Werbezwecken auf Artikeln abbildeten. Ende Februar 2006 verschwand die Figur wieder. Im April 2007 wurde dann eine Nixenfigur am Priwall von Travemünde aufgebaut.
Die Staatsanwaltschaft hatte dem Ehepaar vorgeworfen, den Abbau der Nixe in Boltenhagen und das Aufstellen der Figur in Travemünde selbst organisiert zu haben, um dort ein ähnliches Vermarktungsmodell wie in Boltenhagen zu starten. Unmittelbar nach dem Freispruch erklärte die 27-Jährige, die Nixe werde irgendwo in Deutschland wieder auftauchen.
Angeklagt sind die Besitzerin der Skulptur und deren Verkaufsmanager wegen Vortäuschens einer Straftat. (Meldung vom 02.11.2009)
Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die Besitzerin der Figur wegen Vortäuschens einer Straftat. (Meldung vom 13.05.2009)
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