Seitenanfang.Direkt zum Inhalt Direkt zur Bereichsnavigation Direkt zu den Zusatzinformationen
Einen Tag nach dem tödlichen Unglück auf dem Hindenburgdamm, der die Insel Sylt mit dem Festland verbindet, sucht die Polizei weiter nach der Ursache. Am Donnerstagnachmittag war ein Lkw von einem Autozug gefallen. Bei dem Unglück wurde der 32 Jahre alte Fahrer aus dem Fahrzeug geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle.
"Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Flensburg. Der Zugführer erlitt Unterkühlungen, als er den schwer verletzten Lkw-Fahrer aus dem Wasser holte. Er musste ärztlich versorgt werden. Möglicherweise hat starker Wind eine Rolle bei dem Unglück gespielt. Der NDR 1 Welle Nord zufolge wurden auf Sylt Windstärken von 8 bis 9 gemessen.
Rund 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Der Hindenburgdamm war am Donnerstag für drei Stunden für den Verkehr gesperrt. In der Nacht wurden leere Lastwagen und Anhänger wegen des Sturms nicht per Autozug über den Hindenburgdamm befördert. Nach Angaben der Bahn soll der verunglückte Lkw samt Anhänger frühestens in der Nacht zum Sonntag geborgen werden. Der Zeitpunkt sei jedoch von den Windverhältnissen abhängig. Derzeit verhindere noch ein Sturm die Arbeiten. Während der Bergung müsse der Damm erneut für den Zugverkehr gesperrt werden.
Unterdessen wird Kritik an der Deutschen Bahn laut. Feuerwehren klagen, dass der schmale Notweg auf dem Damm nicht für Einsätze dieser Größenordnungen geeignet sei. "Seit zwölf Jahren fordern wir eine Verbesserung der Rettungswege auf dem Damm", sagte der Klanxbüller Wehrführer der NDR 1 Welle Nord. Für die vier Kilometer lange Strecke zur Unglücksstelle habe die Feuerwehr knapp 20 Minuten gebraucht. Der schmale Weg sei abschüssig und rutschig. Auch die zwei eingesetzten Hubschrauber hätten nicht landen können.
Ein Bahn-Sprecher wies im Gespräch mit der NDR 1 Welle Nord die Kritik zurück. Die von der Feuerwehr geforderten Wendehämmer seien in dem Gefahrenabwehrplan der Länder nicht vorgesehen. Für die Rettungskräfte gebe es die Möglichkeit, mit dem Autozug transportiert zu werden.
Aufgrund von Zeugenaussagen gingen die Rettungskräfte unmittelbar nach dem Unglück zunächst von einer weiteren verunglückten Person aus. Die Suche von Bundeswehr und Bundespolizei blieb jedoch ohne Ergebnis. Sowohl der mit Dämmstoffen beladene Lkw als auch der Eisenbahnwagen wurden für die Ermittlungen beschlagnahmt.
Für die 35 Minuten dauernde Überfahrt von Niebüll nach Westerland stand der Laster samt Anhänger auf einem speziellen Flachwagen. Auf Eisenbahn-Waggons dieses Typs können Fahrzeuge bis 21,80 Meter Länge und 50 Tonnen Gewicht befördert werden.
Der elf Kilometer lange Hindenburgdamm wurde 1927 eingeweiht. Jährlich fährt der Autozug mehr als 13.000 Mal über das elf Kilometer lange Bauwerk, um Reisende und deren Fahrzeuge nach Sylt und zurück zu bringen. Ein ähnliches Unglück gab es der NDR 1 Welle Nord zufolge bereits vor 16 Jahren. Damals wurde ein Kleinlaster samt Anhänger vom Zug geweht.
Aktuelles aus Schleswig-Holstein - täglich um 19.30 Uhr und wochen- tags bereits um 18.00 Uhr im NDR Fernsehen.
In Schleswig-Holstein zu Hause.
Programmübersicht mit Sendungen aus und über das Land.
Die Ferientermine der norddeutschen Bundesländer auf einen Blick.