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Das geplante Science Center an der Kieler Förde wird nicht gebaut. Der Finanzausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtages lehnte am Donnerstag mit den Stimmen von CDU und SPD die Förderung des maritimen Erlebniszentrums ab. Ursprünglich war geplant, dass die Landeskasse Fördergelder in Höhe von 17,8 Millionen Euro bereitstellt. Damit entfällt die Finanzierungsgrundlage für das Projekt mit Gesamtkosten in Höhe von knapp 26 Millionen Euro.
Der Finanzausschuss empfahl dem Wirtschaftsministerium, die Förderung des Vorhabens nicht weiter zu verfolgen. Staatssekretär Jost de Jager sagte: "Wir werden das Votum des Finanzausschusses natürlich umsetzen."
Bereits Ende Mai hatten die Landtagsfraktionen von CDU und SPD erklärt, dass sie das geplante Science Center wegen der massiven Steuerausfälle nicht mehr unterstützen wollten. Die finanziellen Risiken sind nach Ansicht der beiden Koalitionsfraktionen zu hoch. Politiker und Vertreter der Wirtschaft zeigten sich daraufhin enttäuscht.
Das Wirtschaftsministerium hatte jahrelang eine Förderung des Projektes in Aussicht gestellt. Minister Jörn Biel (CDU) machte sich schon in seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kiel für das Vorhaben stark. Nachdem er den Ministerposten übernahm, schrieb er, aus Sicht seines Hauses könne das Science Center einen wesentlichen Beitrag zu dem Ziel leisten, Schleswig-Holstein als "maritimes Urlaubs- und Erlebnisland" zu etablieren. Vor diesem Hintergrund hatte Biel die Absage der Koalitionsfraktionen verärgert aufgenommen. Im Finanzausschuss ließ sich Biel am Donnerstag von Staatssekretär de Jager vertreten.
Grüne und FDP, die gegen die Ausschussempfehlung stimmten, zeigten sich verärgert über die Abwesenheit des Ministers und das Vorgehen der Koalition. Der Stadt Kiel seien über Jahre Hoffnungen gemacht worden, die nun nicht erfüllt werden. "Ich finde es unerhört, wie hier mit der Landeshauptstadt umgegangen wird", sagte FDP-Fraktionsvize Heiner Garg. Das Projekt sei auf unsägliche Weise kaputtgemacht worden. Ähnlich äußerte sich Grünen-Finanzexpertin Monika Heinold.
Birgit Herdejürgen (SPD) betonte, kritische Punkte seien nicht zur Zufriedenheit geklärt worden. Das Projekt wäre eine schöne Sache gewesen, aber es gehe um die finanzielle Tragfähigkeit. Auch Frank Sauter (CDU) bekräftigte Zweifel daran, dass sich die Prognosen über Besucherzahlen erfüllen würden. Der Rechnungshof begrüßte das Ausschussvotum. Die Folgekosten hätten auch den Haushalt des Landes belasten können, sagte Behörden-Präsident Aloys Altmann.
Viele Firmen hatten bereits Exponate für die naturwissenschaftlich-technische Ausstellung im Science Center zugesagt. Die IHK war überzeugt, dass das maritime Erlebnismuseum für Schleswig-Holstein zu einem Touristenmagneten werden könne. Das Science Center sollte am Innenstadtufer der Förde entstehen und fünf Themenstränge maritimer Natur haben: Schiffbau, Schifffahrt, Segeln, maritime Forschung und die Tiefe. Die Eröffnung war für das Jahr 2011 vorgesehen.
Die Landtagsfraktionen von CDU und SPD wollen das Projekt nicht mehr unterstützen. (Meldung vom 27.05.2009)
Finanzminister Wiegard will wegen massiver Steuerausfälle einen Nachtragshaushalt vorlegen. (Meldung vom 19.05.2009)
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