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Aortenaneurysma: Experten fordern Screening

Ultraschall-Untersuchung  © NDR

Es macht weder durch Schmerzen noch durch andere Beschwerden auf sich aufmerksam, wird meist nur durch Zufall bei einer Ultraschall-, CT- oder Kernspinuntersuchung entdeckt und kann dennoch eine tödliche Gefahr bedeuten: ein Aortenaneurysma. Rund eine Million Menschen in Deutschland, vor allem Männer über 65 Jahren, tragen eine solche krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta) in sich, ohne etwas von der gefährlichen Zeitbombe in ihrem Körper zu ahnen.

Die Aussackung der Gefäßwand kann plötzlich aufreißen, der Patient innerhalb weniger Minuten verbluten. Experten fordern deshalb die Einführung einer Screening-Untersuchung für Männer ab 65, damit eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet und das Platzen des Gefäßes verhindert werden kann. Die Aorta leitet das Blut durch den Körper. Sie entspringt bogenförmig aus der linken Herzkammer, verläuft durch Brust- und Bauchraum, bevor sie sich im Unterbauch für die Versorgung der Beine verzweigt. Kleinere Blutgefäße verlassen auf diesem Weg die Hauptstrombahn zur Versorgung der Organe.

Ursachen und Behandlung

Ein Stent in der Aorta (Grafik) © NDR
große Bildversion anzeigen Bei einem Aortenaneurysma überbrückt der Gefäßchirurg den erweiterten Bereich mit einer Prothese aus Kunststoffgewebe und Draht.

Die häufigsten Ursachen für die Entstehung eines Aneurysmas sind Rauchen, langjähriger Bluthochdruck und Arteriosklerose. Auch eine genetische Veranlagung oder eine allgemeine Bindegewebsschwäche können die Gefäßerweiterung verursachen. Besonders häufig betroffen sind Patienten mit Problemen an den Aortenklappen: Bei rund 50 Prozent tritt ein Aneurysma auf.

Wird ein Aortenaneurysma zufällig entdeckt, ist das für den Betroffenen ein Glücksfall, denn die Gefährlichkeit wächst mit der Größe der Gefäßerweiterung. Bei vier bis fünf Zentimetern Durchmesser liegt die Gefahr statistisch bei drei Prozent pro Jahr. Ab einer Größe von fünf Zentimetern steigt das Risiko auf mehr als 15 Prozent pro Jahr. Deshalb raten Experten ab einem Durchmesser von fünf Zentimetern bei schnellem Wachstum der Aussackung meist zu einer vorsorglichen Operation. Dabei überbrückt der Gefäßchirurg den erweiterten Bereich mit einer Prothese aus Kunststoffgewebe und Draht, die ein Platzen der Gefäßwand dauerhaft verhindern soll. Die Operation ist nicht ungefährlich, selbst in spezialisierten Zentren sterben bis zu drei Prozent der Patienten. Deshalb wird sie erst empfohlen, wenn das Risiko des Aneurysmas das Operation-Risiko deutlich übersteigt.

Risikogruppe: Vorsorge ratsam

Auch wenn ein kleineres Aneurysma entdeckt wird, das noch nicht operiert werden muss, ist diese Kenntnis hilfreich. Der Patient kann die Risikofaktoren durch Änderung seines Lebensstils (Blutdruck senken, Rauchen aufgeben, keine körperliche Überlastung) beeinflussen und durch regelmäßige Kontrollen sicherstellen, dass das Aneurysma keine gefährlichen Ausmaße annimmt. Wer zur Risikogruppe gehört und bereits heute wissen möchte, ob er ein Aneurysma in sich trägt, kann beim Hausarzt eine entsprechende Untersuchung, eventuell auch auf eigene Kosten (rund 50 Euro), einfordern.

Stand: 08.03.2010 09:30
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Ein Stent in der Aorta (Grafik) © NDR
NDR Fernsehen | 09.03.2010

Mehr als eine Million Menschen bei uns leben mit einer Zeitbombe im Bauch.

Länge: 05:15 Minuten

NDR Fernsehen | 09.03.2010

Merken die Betroffenen etwas von einer Aussackung? Dr. Eike Debus im Interview mit Moderatorin Vera Cordes.

Länge: 04:17 Minuten

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Eine Auswahl an Tabletten. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Fotograf: Heiko Wolfraum

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03.08.2010 20:15

Meist sind Abnutzungserscheinungen der Grund für Knieprobleme. Was kann man tun, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen? Außerdem: Aortenaneurysma - Experten fordern Screening.

Interviewpartner in Visite

Im Studio:
Prof. Dr. Eike Sebastian Debus
Gefäßchirurg
Direktor Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
E-Mail: debus(at)uke.de

Im Beitrag:
Prof. Dr. Frederico Tató
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Internet-Links

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