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Auch Airbus spähte Mitarbeiter aus - Datenschützer prüfen

Endmontage eines Airbus A320 in Hamburg-Finkenwerder © dpa Fotograf: Marcus Brandt
große Bildversion anzeigen Airbus-Endmontage in Hamburg: Alle Mitarbeiter wurden überprüft.

Die Kette der Datenschutzaffären bei Großunternehmen reißt nicht ab: Auch der Flugzeugbauer Airbus hat die Daten seiner Mitarbeiter ohne deren Wissen überprüft. Am Donnerstag räumte der Konzern offiziell ein, von 2005 bis 2007 intern Kontodaten aller seiner 22.000 Mitarbeiter in Deutschland überprüft zu haben. Ziel des Abgleichs der Kontonummern von Mitarbeitern mit denen von Zulieferern sei die Korruptionsbekämpfung gewesen. Die Überprüfung noch unter dem damaligen Management um Deutschland-Chef Gerhard Puttfarcken sei Mitte 2007 beendet worden.

Mitarbeiter und ehemalige Beschäftigte der EADS-Tochter reagierten entsetzt auf die Vorgänge. "Ich war wie geplättet und kann gar nicht glauben, dass das Misstrauen der Airbus-Konzernleitung so groß war. Und ich bin auch entsetzt, wie gläsern man als Mitarbeiter ist", sagte beispielsweise Jürgen Blümel aus dem ehemaligen Airbus-Werk in Varel.

"Als rechtlich zulässig angesehen"

"Ein interner Datenvergleich ist zum damaligen Zeitpunkt als rechtlich zulässig angesehen worden", teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Der Abgleich der Kontonummern blieb ergebnislos, ein Fehlverhalten von Mitarbeitern wurde nicht festgestellt. Ein Airbus-Sprecher hatte bereits am Mittwoch betont, dass das neue Airbus-Management angesichts der Affären bei Telekom und Deutscher Bahn 2008 überprüft habe, ob es im eigenen Hause ähnliche Fälle gegeben habe. Danach sei der Betriebsrat unverzüglich informiert worden.

Betriebsrat und Datenschützer wollen nachhaken

Der Betriebsratschef des Hamburger Werks, Horst Niehus, kündigte eine juristische Überprüfung des Vorgangs an. Auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte Hans-Joachim Menzel lässt nach eigenen Angaben derzeit prüfen, ob seine Behörde für den Fall zuständig ist. Sollte das Amt tätig werden und den Kontenabgleich überprüfen, könnte Airbus im Falle eines Verstoßes gegen die Datenschutzbestimmungen eine Ordnungswidrigkeit begangen haben.

Nach gegenwärtigem Stand verstieß Airbus gegen eine Betriebsvereinbarung aus dem Jahr 1997, nach der zunächst die Zustimmung des Betriebsrats zu dem Datenabgleich hätte eingeholt werden müssen. Der Chef von Airbus Deutschland, Gerald Weber, hat sich nach Angaben des Betriebsrats bei den Arbeitnehmern dafür bereits entschuldigt.

Stand: 02.04.2009 14:59
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