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Der Verschmelzung der beiden Automobilgiganten Volkswagen und Porsche steht nichts mehr im Wege. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen gaben nacheinander grünes Licht für das Zusammengehen. Zunächst hatte VW der Verschmelzung zugestimmt, am Freitagabend folgte das Okay von Porsche. Der Aufsichtsrat des Stuttgarter Autobauers war ebenfalls in Wolfsburg zusammengekommen. Die Fusion ist seit Monaten geplant worden. Im August 2009 hatten VW und Porsche nach langem Übernahmekampf eine Grundlagenvereinbarung getroffen.
Im VW-Aufsichtsrat ist das Zusammengehen der beiden Autobauer offenbar umstritten. Wie "Spiegel online" berichtete, haben zwei Aufsichtsräte in der Nacht zum Freitag gegen die Übernahme von Porsche gestimmt. Es handele sich um den Präsidenten der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Roland Oetker, und RWE-Chef Jürgen Großmann, die beide in dem VW-Kontrollgremium sitzen. Zu Beginn der Sitzung hätten sogar vier Vertreter im Aufsichtsrat Bedenken gegen das Milliarden-Projekt geäußert.
Knapp vier Milliarden Euro will Volkswagen im ersten Schritt der Eingliederung noch dieses Jahr in eine Beteiligung in Höhe von 49,9 Prozent an der Porsche AG pumpen. Dazu braucht der Konzern im ersten Halbjahr 2010 eine Kapitalerhöhung, die er sich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 3. Dezember 2009 von den Aktionären genehmigen lassen will. An der Spitze des neuen Autogiganten soll VW-Chef Martin Winterkorn stehen. Er wird zugleich Nachfolger des im Juli 2009 abgetretenen Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking.
Ursprünglich wollten die Zuffenhausener ihrerseits den VW-Konzern schlucken - ein Plan, der gründlich misslang und Porsche einen Schuldenberg in zweistelliger Milliardenhöhe einbrachte. Um ihn abzutragen, will auch die Porsche Holding auf eine Kapitalerhöhung zurückgreifen. Diese soll Anfang 2011 kommen. Im Laufe desselben Jahres soll Porsches Eingliederung als zehnte Marke des VW-Konzern abgeschlossen sein. Neben der Porsche Holding, die 51 Prozent an VW erworben hatte, werden das Land Niedersachsen und das Emirat Katar, das 17 Prozent der Stimmrechte anstrebt, die größten Aktionäre sein.
Der VW-Aufsichtsrat billigte in seiner Sitzung am Freitag Milliarden-Investitionen, um den Weg des Konzerns an die Weltspitze fortzusetzen. In den kommenden drei Jahren sollen 25,8 Milliarden Euro fließen. 19,9 Milliarden sind Sachinvestitionen, wovon der überwiegende Teil in in Modernisierung und Erweiterung der Produktpalette fließen soll. Die restlichen 5,9 Milliarden sollen in die Entwicklung gesteckt werden. Schwerpunkte bei VW seien umweltfreundliche Modelle, innovative Technologien und neue Werke, sagte Konzern-Chef Winterkorn. "Nur wer heute investiert, kann seinen Kunden auch morgen die besten Produkte anbieten", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh.
Auch personell wurden im Aufsichtsrat die Weichen für die Zukunft gestellt: Wie VW mitteilte, berief das Kontrollgremium den Audi-Chef Rupert Stadler neu in den Vorstand des Volkswagen-Konzerns. Auch der Österreicher Christian Klingler rückt als Konzern-Betriebschef in den Vorstand auf. Er wird aber wie bisher als Vertriebsleiter der Marke VW tätig sein. Der VW-Vorstand umfasst damit künftig sieben Mitglieder.
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