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Das Telekommunikationsunternehmen freenet AG plant nach der Übernahme der debitel Group einen drastischen Stellenabbau. Bundesweit sollen 1.000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Das teilte das Unternehmen mit Sitz im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf am Donnerstag mit. Damit entfällt fast jeder siebte Arbeitsplatz. Der Vorstand strebe an, die zentralen Bereiche "schlanker aufzustellen" und sich auf die "kundennahen Bereiche" zu konzentrieren. Da es im freenet-Gesamtkonzern mittlerweile acht Standorte gebe, müsse dort gekürzt werden, wo die Kosten am höchsten seien, so der Vorstand. Im Mittelpunkt soll künftig klar das Mobilfunkgeschäft stehen, das DSL-Geschäft hingegen verkauft werden. "Wir wollen uns mit diesen Veränderungen optimal aufstellen, um am Markt angreifen und wachsen zu können", sagte freenet-Chef Eckhard Spoerr.
Bitter: Der Standort der Tochterfirma Talkline in Elmshorn wird nach fast 20 Jahren komplett dicht gemacht. Am Vormittag erfuhren die knapp 750 Mitarbeiter von den Plänen. Rund ein Jahr werde die Abwicklung dauern, dann sei endgültig Schluss. Nach Angaben des Unternehmens werden rund 150 Beschäftigten im IT-Bereich Jobs im etwa 80 Kilometer entfernten Büdelsdorf angeboten. Wie das Schleswig-Holstein Magazin berichtete, soll jetzt offenbar ein Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter ausgehandelt werden. Zudem wolle die Stadt versuchen, ein neues Callcenter anzusiedeln.
Wie viele Mitarbeiter in der Hamburger freenet-Zentrale am Deelbögenkamp gehen müssen, ist noch nicht bekannt.
Die Beschäftigten in Elmshorn reagierten enttäuscht und wütend auf die Entscheidung. Die große Mehrheit kann nicht nachvollziehen, dass das Mobilfunkunternehmen, das in der Vergangenheit stets Gewinne machte, nun vor dem Aus stehen soll. Auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) bedauerte die Entscheidung zum Jobabbau. Er sei bereit, die Suche nach Ersatzarbeitsplätzen zu unterstützen. In Kürze will sich Marnette mit Spoerr treffen.
Freenet hatte debitel, das zuvor Talkline geschluckt hatte, im Sommer übernommen. Das Unternehmen wurde damit mit 19 Millionen Mobilfunkkunden und rund 20 Prozent Marktanteil nach T-Mobile und Vodafone drittgrößter Anbieter in Deutschland. Der bisherige debitel-Eigner, der Finanzinvestor Permira, erhielt im Gegenzug eine Beteiligung von 24,99 Prozent an Freenet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen des Unternehmens belief sich im dritten Quartal auf 133,5 Millionen Euro, der Umsatz lag bei 1,08 Milliarden Euro.
Nach einem Treffen mit Managern sagte Elmshorns Bürgermeisterin Fronzek, über die Zukunft des Standortes solle erst Mitte November entschieden werden. (Meldung vom 21.10.2008)
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